Nora Szech Todesursache – Nora Szech Verstorben

WAls er vor einigen Jahren Nora Szech in ihrem Karlsruher Büro besuchte, lernte er eine Frau mit beeindruckendem Lebenslauf und vielen Talenten kennen. Von ihren Auftritten als Gitarristin in einer Indie-Pop-Band erzählte sie mit der gleichen Begeisterung wie von ihrem Wirtschaftsstudium. Während Musik nur ein Hobby war, hatten ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen die junge Forscherin gerade in die oberste Liga der deutschen Wirtschaftswissenschaftler katapultiert. Szechs These: „Der Markt kann die Moral untergraben.“

Nora Szech Todesursache - Nora Szech Verstorben
Nora Szech Todesursache – Nora Szech Verstorben

Nora Szech Todesursache

Die Verhaltensökonomin untermauerte ihren Angriff auf die Zufluchtsstätte vieler etablierter Ökonomen mit einem spektakulären Experiment. Sie stellte Probanden vor die Wahl, ob sie sterbenden Labormäusen das Leben retten oder lieber ein paar Euro sammeln und die Mäuse durch Vergasung sterben lassen wollten. Viele Teilnehmer wählten das Geld und opferten die Mäuse.

Variationen dieser einfachen Versuchsanordnung bestärkten auch Szechs Ansicht, dass Menschen ihre Werte schnell vergessen, sobald es um Geld und Verhandlungssituationen am Markt geht. Kritik, aber noch mehr Applaus erhielt Szech für ihre Forschung, die sie gemeinsam mit ihrem Co-Autor in der Forschungszeitschrift Science veröffentlichte.

Nora Szech Todesursache - Nora Szech Verstorben
Nora Szech Todesursache – Nora Szech Verstorben

Nora Szech Hatte Nichts Gegen Märkte

Nora Szech, die mit Anfang 30 in Bamberg zur Professorin ernannt wurde und kurz darauf an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wechselte, wollte nicht missionieren. Sie hatte auch nichts gegen Märkte. Im Gegenteil: Mit ihrer theoretischen und experimentellen Arbeit war es ihr wichtig, Märkte so zu gestalten, dass sie besser funktionieren und weniger schädliche Nebenwirkungen verursachen. Und sie wollte zeigen, wie verletzlich Menschen sind, wenn es darum geht, ihr Gewissen zu bereinigen. In einem ihrer Experimente konnte sie nachweisen, dass Kunden von Bio-Produkten weniger Geld dafür ausgeben, dass die Produkte fair und ohne Kinderarbeit hergestellt werden, als Kunden von konventionellen Produkten – schließlich haben Bio-Kunden bereits Gutes getan.

Szech machte ihre Erkenntnisse öffentlich. Während der Pandemie setzte sie sich dafür ein, Menschen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen, hohe Prämien zu zahlen. Das Geld sei gesamtgesellschaftlich gut angelegt, befand sie im Spätsommer 2021 in der FAZ

Nora Szech Verstorben

Wie nun bekannt wurde, ist der preisgekrönte Wirtschaftswissenschaftler Mitte August im Alter von nur 43 Jahren verstorben. Der Bericht sorgte am Wochenende für Besorgnis unter Ökonomen. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und Ifo-Präsident Clemens Fuest äußerten in den sozialen Netzwerken Trauer und Entsetzen. Der Verhaltensökonom Ernst Fehr sagte der FAZ: „Nora Szech war eine außergewöhnliche Wissenschaftlerin, deren Arbeit die Verhaltensökonomie bereichert hat.“ Ihre Forschung hat das Verständnis menschlichen Verhaltens vertieft und ist relevant für die praktische Anwendung in Politik und Wirtschaft.

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